Termine der nächsten Tage
Dienstag, 15. Mai 2012, 19 Uhr, Topographie des Terrors,
Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin-Kreuzberg
Empörung und Protest: Klebezettel und Brandsätze gegen die antikommunistische NS-Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies"
Mittwoch, 16. Mai 2012 ab 18.30 Uhr, HU, Dorotheenstraße 26, Raum 208
Kulturindustrie, das sind die anderen, Vortrag und Diskussion mit Christoph Hesse
Mit dem Begriff der Kulturindustrie hat Adorno der Kritik der sogenannten Massenkultur ihren schärfsten Ausdruck gegeben. Und zudem einen, der zielstrebig missverstanden wird: Kulturindustrie, das sind die großen Musikkonzerne und Hollywood, doch ganz sicher nicht die gutgemeinte Bastelei, derer man sich und seinesgleichen rühmt. Im übrigen herrscht Einigkeit darüber, dass, was populär ist, nicht durchaus schlecht sein könne. Adornos Kritik, die heute als überspannt und gleichermaßen überholt erachtet wird, galt nicht zuerst der unverdrossen sich selbst anpreisenden Kultur, sondern einer Gesellschaft, die es samt ihrer Kultur dahin brachte, dass die Menschheit, „anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten“, wie es in der Vorrede zur „Dialektik der Aufklärung“ heißt, in eine neue Art von Barbarei versank. (weiterlesen)
Freitag, 18. Mai 2012, 17.00 Uhr, Gedenkstein für die Herbert-Baum-Gruppe, Unter den Linden, Ecke Am Lustgarten, (neben dem Berliner Dom)
Kundgebung zum 70. Jahrestag des Brandanschlages gegen die Propagandaausstellung »Das Sowjetparadies«, Vor 70 Jahren: Jung, kommunistisch, jüdisch, widerständisch. Mit Klebezetteln und Brandsätzen gegen Nazi-Propagandaausstellung im Lustgarten
Montag, 21. Mai 2012, 18.30 Uhr, Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin (U 5 zwischen Strausberger Platz und Weberwiese)
Im Schatten der Sterne. Eine jüdische Widerstandsgruppe. Es liest und erzählt Regina Scheer. ANTIFA Jour fixe der Berliner VVN-BdA e.V.
"Die Sicherheit Deutschlands wird an der Firewall verteidigt"
Am 7. und 8. Mai 2012 fand in der "Bundesakademie für Sicherheitspolitik" (BAKS) im Schloss Schönholz (Pankow) eine Konferenz zu "Cyber-Sicherheitsstrategien" statt. Diskutiert werden sollten unter anderem Kompetenzerweiterungen des 2011 eingerichteten "Cyber-Abwehrzentrums". Wir begleiteten die Konferenz mit einer Veranstaltung am 3.Mai im ehem. jüdischen Waisenhaus und mit einer Jubelkundgebung am 7.Mai, an der etwa 40 Menschen teilnahmen. Die Konferenz der BAKS, zu der nur geladene Gäste aus Wirtschaft, Militär, Politik und handverlesene Presse zutritt hatten, wurde durch ein weiträumiges Polizeiaufgebot geschützt.

Veranstaltung: Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) – Soziale Elite und staatlicher Repressionsapparat im Dienst am Vaterland
3. Mai 2012 - 19:00 - ehemaliges jüdisches Waisenhaus Pankow (Berliner Straße 120/121 (Eingang Hadlichstraße))
Sie sei die „höchstrangige und ressortübergreifende Weiterbildungseinrichtung des Bundes für Führungskräfte auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik“ und verstehe sich als „Plattform“ für deren „Vernetzung“, erklärt die seit nunmehr zwanzig Jahren bestehende Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) stolz. Seine zentrale Aufgabe sieht der im Berliner Bezirk Pankow beheimatete Think-Tank darin, hochrangige Militärs, Polizisten und Geheimdienstangehörige mit dem Spitzenpersonal aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Klerus, Gewerkschaften und Medien zusammenzuführen. Den Teilnehmern der entsprechenden Veranstaltungen sollen „Handlungskompetenzen“ vermittelt werden, die sie befähigen, „krisenhafte Entwicklungen zu meistern“.
Zweite Stellungnahme der Antifa-Gruppe Oranienburg zur Hausdurchsuchung
Vor etwa vier Wochen durchsuchten Polizeikräfte aus Berlin und Brandenburg die Wohnräume von Mitgliedern der Antifa Oranienburg. In dieser zweiten Stellungnahme wollen wir uns bei den vielen Menschen und Gruppen bedanken, die sich solidarisch zeigten und wollen näher auf den Umgang von Polizeikräften mit der Antifa Oranienburg eingehen.
Wir möchten uns bedanken bei der Linkspartei Oberhavel und der Linkspartei Oranienburg, dem Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt Oranienburg, der Sozialistischen Jugend Falken Brandenburg, dem Hennigsdorfer Ratschlag, dem Zeppi 25 aus Potsdam, den Street Pirates Prenzlau, dem flämischen Blogger Klaus Pollmann, dem DGB Brandenburg/Havel, dem Infoportal Wilmersdorf-Charlottenburg und den vielen Einzelpersonen die uns in den letzten Tagen geschrieben haben.
Näher beleuchten möchten und müssen wir in dieser zweiten Stellungnahme allerdings das falsche Spiel der Sicherheitsbehörden.
Vorab weisen wir die Behauptung zurück, dass Mitglieder unserer Gruppe den Brandenburger Sicherheitsbehörden „bereits wegen verschiedener Delikte bekannt gewesen“ seien. Selbst wenn Personen wegen „verschiedener Delikte“ bekannt seien, stellt sich dabei die Frage, ob deshalb eine Hausdurchsuchung durchgeführt werden muss, um an Informationen zu gelangen, die den Sicherheitsbehörden in Oranienburg bereits seit mehreren Jahren bekannt sein müssten.
Weiterlesen: http://antifagruppeoranienburg.blogsport.de/2012/02/27/zweite-stellungnahme-zur-hausdurchsuchung/
Prozessfarce zum Tod von Oury Jalloh
Magdeburger Richterin fordert vorzeitiges Ende
Nach den brutalen Exzessen, die Polizist_innen vor wenigen Wochen gegen Demonstrant_innen veranstalteten, weil der Staatsgewalt die Parole "Oury Jalloh: Das war Mord!" nicht passte, möchte nun die Justiz in Sachsen-Anhalt den "Fall" für immer zu den Akten legen: Claudia Methling, Richterin des Magdeburger Landgerichts, regte am 6. März an, den Prozess gegen Zahlung einer Geldstrafe für den Polizeibeamten Andreas Schubert einzustellen. Zuvor lieferten sämtliche Polizeizeug_innen mit einer an Dreistigkeit kaum zu überbietenen Beharrlichkeit vor Gericht Einlassungen, die von Gedächtnislücken nur so strotzten.
Schubert war am 7. Januar 2005, als Oury Jalloh mit Händen und Füßen fixiert in einer Polizeizelle in Dessau verbrannte, für den Gewahrsamstrakt zuständig. Er soll den Feuermelder mehrfach ignoriert und schließlich ausgestellt haben. Angehörige der Familie Oury Jallohs, die beim Prozeß als Nebenkläger_innen auftreten, sehen eine Befangenheit der Richterin und ihrer beiden Beisitzer_innen. Die Staatsanwaltschaft signalisierte inzwischen, dass sie mit der Einstellung des Prozesses nicht einverstanden ist und sich für dessen Fortsetzung einsetzt.
Nazisprühereien in Pankow
Rechte Aktivitäten der EAG melden!
In den letzten Wochen sind wieder verstärkt Neonazisprühereien und rechte Aufkleberwellen in Pankow zu beobachten gewesen. Davon besonders betroffen sind die Gegenden in Alt-Pankow und Niederschönhausen. Mitunter sind es hässliche Kürzel von NS-Organisationen wie SS und SA, aber auch von bisher nicht in Erscheinung getretenen vermeintlichen Neonazigruppen. Zudem tauchen recht wahllos im Bezirk mit Sprühschablonen erstellte Slogans wie "Ha Ha Antifa" auf. Wir bitten Euch, uns entsprechende Sichtungen per email an
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(Ort und Zeitpunkt nicht vergessen!) mitzuteilen oder, noch besser, diese Grässlichkeiten vorher zu fotografieren und selbständig zu entfernen. Entsprechende Meldungen tauchen dann in unserer Chronik neonazistischer Aktivitäten in Pankow auf, die auch rechte Übergriffe oder andere Naziaktionen auflistet. Diese geht zurück bin in das Jahr 1987. Wir danken für Eure Unterstützung!
Gab es NSU-Kontakte zur Pankower NPD?
Früherem Kreisverbandvize Ilja Gräser werden Verbindungen zu Naziterrorclique nachgesagt
In der Sächsischen Zeitung vom 17.12.2011 wird über den ehemaligen Pankower NPD-Vize-Vorsitzenden Ilja Gräser folgendes berichtet:
"Auf der damals prominentesten Baustelle Deutschlands lernt er [NSU-Unterstützer Max B., Anm. EAG] 1999 einen Steinmetz aus Berlin kennen. Der wird später Kreisvorstand der NPD in Pankow, organisiert völkische Tanzfeste und lebt heute abgeschieden im Landkreis Rostock auf einem Gutshof mit rechtsnationalen Siedlern, die sich Neo-Artamanen nennen. 2004 trifft Max B. ihn noch mal auf einem Steinmetzfest in Ottendorf-Okrilla. Von Terrorzellen-Mitglied Mundlos bekommt Max B. nach seinem Ausstieg noch ,sporadisch' Anrufe, lehnt aber einen neuen Kontakt ab."
Bereits mehrfach wurde über Kontakte der Terrorgruppe NSU nach Berlin spekuliert. Dieser konkrete Zusammenhang zwischen dem Terrorumfeld und der gut in die Berliner Neonaziszene integrierten Pankower NPD wirft dabei noch etwas Licht ins Dunkel.